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Rockchip RK860: Reglerdatenblatt und Registerreferenz

Rockchip RK860: Reglerdatenblatt und Registerreferenz — Rev 1.6

· ArmSoM Editorial · Rockchip source documentation · 14 Min. Lesezeit

Plattformreferenz für ArmSoM. Dieses Datenblatt beschreibt den RK860 und behauptet nicht, dass jede ArmSoM-Platine diesen Baustein verwendet. Vor der Anwendung sind die genaue Variante RK860-0/1/2/3, der Schaltplan, die Versorgungstopologie, die I2C-Adresse und der BSP-Treiber zu prüfen. Das Datenblatt nennt keine bestimmte SoC-, SDK/BSP- oder Kernel-Version. Die Kennlinien sind Herstellerbeispiele und keine ArmSoM-Messungen; eine Hardwareprüfung wurde nicht durchgeführt.

Quelle: Rockchip_RK860_Datasheet_V1.6-20221117.pdf, Rev 1.6, 20 PDF-Seiten. Es liegt nur ein englisches Original vor. Alle vier Sprachfassungen verwenden daher dessen englische Originalabbildungen; chinesische Originalabbildungen liegen nicht vor. Der technische Hauptteil umfasst Kapitel 1–7 (PDF-Seiten 6–20). Widersprüche der Quelle werden am Ende ausdrücklich dokumentiert.

1. Einführung

1.1 Übersicht

Der RK860 ist ein hocheffizienter synchroner DC/DC-Abwärtsregler mit 2.4MHz Schaltfrequenz, 2.7V–5.5V Eingangsspannung und bis zu 7A Ausgangsstrom. Haupt- und Synchronschalter besitzen ein niedriges RDS(ON), um Leitungsverluste zu minimieren. Über I2C wird die Ausgangsspannung von 0.7125V bis 1.5V in 12.5mV-Schritten oder von 0.5V bis 1.5V in 6.25mV-Schritten eingestellt. Das platzsparende, flache Gehäuse ist WLCSP 1.65mm × 2.05mm-20.

1.2 Merkmale

  • Eingang: 2.7V–5.5V.
  • 2.4MHz Schaltfrequenz reduziert den Aufwand externer Bauteile.
  • Typischer Ruhestrom: 70uA bei VIN=3.8V und Temp=25°C.
  • PFET/NFET-Widerstand: Die Merkmalliste der Quelle nennt 24mohm/16ohm @ VIN=3.8V, die elektrische Tabelle dagegen 24mΩ/16mΩ. Dieser Einheitenwiderspruch darf nicht durch eine Annahme aufgelöst werden.
  • Programmierbarer Ausgang: 0.7125V–1.5V / 12.5mV je Schritt oder 0.5V–1.5V / 6.25mV je Schritt.
  • 7A kontinuierlicher Ausgangsstrom.
  • Geeignet für eine 0.24uH-Induktivität und zwei keramische 22uF-Ausgangskondensatoren.
  • Hiccup-Schutz bei hartem Kurzschluss.
  • Integrierte zyklusweise OCP sowie VIN-OVP/UVLO/DIE-TSD.
  • RoHS-konform und halogenfrei.
  • Kompaktes WLCSP-Gehäuse 1.65 × 2.05-20.

1.3 Typische Anwendungsschaltungen

Abbildung 1-1. Allgemeine Anwendung (englisches Original).

Abbildung 1-1. Allgemeine Anwendung (englisches Original).

Abbildung 1-2. Sonderfall mit C1≥1uF, AP/CAP und Leiterbahnführung (englisches Original).

Abbildung 1-2. Sonderfall mit C1≥1uF, AP/CAP und Leiterbahnführung (englisches Original).

1.4 Anschlussanordnung

Abbildung 1-3. Anschlussanordnung, Draufsicht (englisches Original).

Abbildung 1-3. Anschlussanordnung, Draufsicht (englisches Original).

1.5 Anschlussbelegung

Nummer Name Funktion I/O
D1,D2,E1,E2 VIN Versorgungseingang. Mindestens zwei keramische 10uF-Kondensatoren zur Eingangsfilterung möglichst dicht zwischen VIN und GND anschließen. Versorgung
D3,D4,E3,E4 LX Schaltknoten; mit dem Schaltknoten der Induktivität verbinden. Ausgang
B2,B3,C1,C2,C3,C4 GND Leistungsmasse. Masse
B4 AGND Analogmasse.  
A1 VSEL Low: VSEL0 legt VOUT fest. High: VSEL1 legt VOUT fest. Eingang
A2 EN Freigabe, aktiv High; nicht offen lassen. Eingang
A3 SCL I2C-Taktleitung. Eingang
B1 SDA Bidirektionale I2C-Daten, Open Drain (Quellschreibweise: „Open darin“). I/O
A4 VOUT Ausgangsmessung; am Ausgangskondensator anschließen. Ausgang

2. Elektrische Eigenschaften

Hinweis 1: Überschreiten der absoluten Grenzwerte kann den Baustein dauerhaft beschädigen. Es handelt sich ausschließlich um Belastungsgrenzen; eine Funktion außerhalb der Betriebsbedingungen wird nicht zugesichert. Längere Einwirkung absoluter Grenzbedingungen kann die Zuverlässigkeit beeinträchtigen.

Hinweis 2: Außerhalb der empfohlenen Betriebsbedingungen ist die Funktion nicht garantiert.

2.1 Absolute Grenzwerte (Hinweis 1)

Parameter Wert Einheit
Spannung am VIN-Pin 6.0 V
Spannungen anderer Pins VIN+0.6 V
Dauerverlustleistung PD @ TA=25°C, WCSP4*5-20 0.5 W
Sperrschichttemperatur TJ -40~150 °C
Anschlusstemperatur, Löten 10 Sekunden, TSOLDER 260 °C
Lagertemperatur TS -65~150 °C
ESD HBM 2000 V
ESD CDM 1000 V

2.2 Empfohlene Betriebsbedingungen (Hinweis 2)

Parameter Symbol Wert Einheit
Eingangsversorgungsspannung VIN 2.7~5.5 V
Ausgangsspannung VOUT 0.5~1.5 V
Induktivität L 0.22~0.47 uH
Eingangskapazität CIN >10 uF
Ausgangskapazität COUT 44~88 uF
Sperrschichttemperatur Tj -40~125 °C
Umgebungstemperatur Ta -40~85 °C

2.3 Elektrische Kennwerte

Sofern nicht anders angegeben: typische Anwendungsschaltung, VIN=3.8V, VOUT=1.0V, L=0.24uH, COUT=22uF*2, TA=25°C. Leere Zellen entsprechen der Quelle und bedeuten nicht null.

Parameter Symbol Bedingung Min. Typ. Max. Einheit
VIN-UVLO-Schwelle VIN_UVLO Vin steigend   2.55 2.65 V
VIN-UVLO-Hysterese VIN_UVLO_HYS Vin fallend   150   mV
VIN-OVP-Schwelle VIN_OV Vin steigend   6   V
VIN-OVP-Hysterese VIN_OV_HYS Vin fallend   200   mV
Ruhestrom Iq Kein Schalten, vfb=105%Vref   70   uA
Abschaltstrom Isd EN=L   0.1   uA
Strom bei Softwareabschaltung Isd_soft EN=H, BUCK_EN=L   25   uA
Interne Softstart-Zeit Tss Vout=1.0V, von der steigenden BUCK_EN-Flanke bis Vout>92%   260   uS
Oszillatorfrequenz Fclk PWM / FPWM 2.2 2.4 2.6 MHz
Entladewiderstand Rdisc EN=L/BUCK_EN=0   150   Ω
High-Eingangsschwelle EN/VSEL VIH   1.1     V
Low-Eingangsschwelle EN/VSEL (Quelle gruppiert unter High-Schwelle) VIL       0.4 V
High-Eingangsschwelle SDA/SCL VIH   1.26     V
Low-Eingangsschwelle SDA/SCL (Quelle gruppiert unter High-Schwelle) VIL       0.54 V
Vout-Genauigkeit, Ausgangsspannungsfehler VREG1 Erzwungenes PWM, VOUT=1.0V -0.6   +0.6 %
Vout-Genauigkeit, Ausgangsspannungsfehler VREG2 Auto PFM, VOUT=1.0V -1.5   1.5 %
PMOS RDS(ON) RDS(ON)P VIN → LX, VIN=3.8V   24   mΩ
NMOS RDS(ON) RDS(ON)N LX → GND, VIN=3.8V   16   mΩ
Maximaler PMOS-Strom Ipeak   8.5     A
Maximaler NMOS-Strom Ivalley   7.0     A
Thermische Abschalttemperatur TSD Ansteigende Schwelle   150   °C
Thermische Abschalthysterese TSD_HYS     25   °C

3. Chipvarianten

DIE-ID I2C-ADDR (7 Bit) Vout-Bereich / V Standard-Vout / V STEP / mV DIE_ID
RK860-0 40H 0.7125-1.5 1.0 12.5 0X8
RK860-1 41H 0.7125-1.5 1.0 12.5 0X8
RK860-2 42H 0.5-1.5 0.8 6.25 0XA
RK860-3 43H 0.5-1.5 0.8 6.25 0XA

4. Registerbeschreibung

VSEL0_A — 0x00

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7 RW 0x1 BUCK_EN0: Softwarefreigabe für BUCK. 1: ein; 0: aus. Bei externem EN=Low ist der Regler aus; bei EN=High ist BUCK_EN maßgebend.
6 RW 0x0 MODE0: 0 erlaubt Auto-PFM bei kleiner Last; 1 erzwingt PWM.
5:0 RW 0x17 NSEL0: 12.5mV je Schritt, nur DIE_ID=0X8.
000000=0.7125V;
000001=0.7250V;
000010=0.7375V;
……
010111=1.0000V;
……
111111=1.5V;

VSEL1_A — 0x01

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7 RW 0x1 BUCK_EN1: Softwarefreigabe für BUCK-LOOP. 1: ein; 0: aus. Bei externem EN=Low ist der Regler aus; bei EN=High ist BUCK_EN maßgebend.
6 RW 0x0 MODE1: 0 erlaubt Auto-PFM bei kleiner Last; 1 erzwingt PWM.
5:0 RW 0x17 NSEL1: 12.5mV je Schritt, nur DIE_ID=0X8.
000000=0.7125V;
000001=0.7250V;
000010=0.7375V;
……
010111=1.0000V;
……
111111=1.5V;

Control_Register — 0x02

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7 RW 0x1 Output Discharge: 0 deaktiviert den Entladewiderstand; 1 aktiviert ihn.
6:4 RW 0x0 Slew Rate: Geschwindigkeit positiver Spannungsübergänge.
000 = 10mV/0.15us
001 = 10mV/0.3us
010 = 10mV/0.6us
011 = 10mV/1.2us
100 = 10mV/2.4us
101 = 10mV/4.8us
110 = 10mV/9.6us
111 = 10mV/19.2us
3:0 RW 0x0 Liest immer 0 zurück. RESET: Schreiben von 1 setzt alle Register auf Standardwerte zurück. Die Quelle benennt innerhalb 3:0 kein einzelnes RESET-Bit; vor dem Schreiben die Implementierung prüfen.

ID1 Register — 0x03

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7:5 R 0x4 VENDOR: Herstellerkennung Rockchip.
4 R 0x0 Reserviert; liest immer 0.
3:0 R 0x8/0xA DIE_ID: 0x8 bedeutet 0.7125V–1.5V bei 12.5mV je Schritt; 0xA bedeutet 0.5V–1.5V bei 6.25mV je Schritt.

ID2 Register — 0x04

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7:4 R 0x0 Reserviert; liest immer 0.
3:0 R NA NA

PGOOD Register — 0x05

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7 R 0x0 PGOOD: 1 bedeutet Regler freigegeben und Softstart abgeschlossen (Vout>92% des Sollwerts); 0 bedeutet fehlerhaftes Vout.
6 R 0x0 TSD: thermische Reglerabschaltung. 1: Tdie>150°C; 0: Tdie<125°C.
5 R 0x0 IOVP: Abschaltzustand bei Eingangsüberspannung. 1: VIN>6V; 0: VIN<5.8V.
4 R 0x0 UVLO: Eingang-Unterspannungssperre. 1: VIN<2.4V; 0: VIN>2.55V.
3:0 R 0x0 Reserviert.

VSEL0_B Register — 0x06

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7:0 R/W 0x30 NSEL0: ausgewählt bei VSEL=L; nur DIE_ID=0XA.
00,000,000 = 0.5V
00,000,001 = 0.50625V
00,000,010 = 0.51250V
……
00,110,000 = 0.8V
……
10,100,000 = 1.5V
>10,100,000 = 1.5V

VSEL1_B Register — 0x07

Bit Zugriff Reset Beschreibung
7:0 R/W 0x30 NSEL1: ausgewählt bei VSEL=H; nur DIE_ID=0XA.
00,000,000 = 0.5V
00,000,001 = 0.50625V
00,000,010 = 0.51250V
……
00,110,000 = 0.8V
……
10,100,000 = 1.5V
>10,100,000 = 1.5V

5. Typische Leistungskennlinien

Alle folgenden Kennlinien sind Quellenbeispiele und keine ArmSoM-Messungen. Bei der Interpretation sind die angegebenen Betriebsbedingungen zu beachten.

Wirkungsgrad über Laststrom: Vin=3.3V, 4.2V, 5.0V (englisches Original).

Wirkungsgrad über Laststrom: Vin=3.3V, 4.2V, 5.0V (englisches Original).

Restwelligkeit über Laststrom: Vin=3.8V (englisches Original).

Restwelligkeit über Laststrom: Vin=3.8V (englisches Original).

Abschalten über Freigabe: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=7A (englisches Original).

Abschalten über Freigabe: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=7A (englisches Original).

Start über Freigabe: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=7A (englisches Original).

Start über Freigabe: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=7A (englisches Original).

Lastsprung: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=0.05~3A, 1A/uS (englisches Original).

Lastsprung: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=0.05~3A, 1A/uS (englisches Original).

Lastsprung: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=0.1~7A, 1A/uS (englisches Original).

Lastsprung: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=0.1~7A, 1A/uS (englisches Original).

Kurzschlussschutz: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=7A~Kurzschluss (englisches Original).

Kurzschlussschutz: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=7A~Kurzschluss (englisches Original).

Kurzschlussschutz: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=Kurzschluss~7A (englisches Original).

Kurzschlussschutz: Vin=3.8V, Vout=0.8V, Iout=Kurzschluss~7A (englisches Original).

6. Gehäuseinformationen

6.1 Bestellinformationen

Baustein Markierung RoHS Gehäuse Menge
RK860-0 D0 Konform WLCSP20 (pitch 0.4mm) 5000 Stück/Gurt
RK860-1 D1 Konform WLCSP20 (pitch 0.4mm) 5000 Stück/Gurt
RK860-2 D2 Konform WLCSP20 (pitch 0.4mm) 5000 Stück/Gurt
RK860-3 D3 Konform WLCSP20 (pitch 0.4mm) 5000 Stück/Gurt

6.2 Oberseitenmarkierung

Oberseitenmarkierung (englisches Original). DX: Bausteinmarkierung; YY: Datumscode; M: Gehäusecode; XXXXX: Chipchargennummer, gegebenenfalls Buchstaben; erster Pin ist markiert. Die Zeichnung ordnet DA/DB/DC/DD den Varianten RK860-0/1/2/3 zu, die Bestelltabelle dagegen D0/D1/D2/D3. Beim Lieferanten prüfen.

Oberseitenmarkierung (englisches Original). DX: Bausteinmarkierung; YY: Datumscode; M: Gehäusecode; XXXXX: Chipchargennummer, gegebenenfalls Buchstaben; erster Pin ist markiert. Die Zeichnung ordnet DA/DB/DC/DD den Varianten RK860-0/1/2/3 zu, die Bestelltabelle dagegen D0/D1/D2/D3. Beim Lieferanten prüfen.

6.3 Abmessungen

Abbildung 6-1. WLCSP20, Raster 0.4mm; alle Maße in mm (englisches Original).

Abbildung 6-1. WLCSP20, Raster 0.4mm; alle Maße in mm (englisches Original).

  • Die Koplanarität gilt für Anschlüsse, Eckanschlüsse und das Chip-Befestigungspad.
  • Maß φb gilt für den metallisierten Anschluss und wird 0.15mm bis 0.30mm von dessen Spitze entfernt gemessen. Falls am anderen Ende eine optionale Rundung vorhanden ist, φb nicht im Rundungsbereich messen.
  • Für das Leiterplattenlayout wird für φb ein Maß von 0.15mm empfohlen.

6.4 Layoutempfehlungen

Die Leiterbahnführung beeinflusst die Bausteinleistung unmittelbar.

  • CIN ausreichend nahe an den Pins platzieren, um Eingangsstörungen zu minimieren.
  • Die mit SW verbundene Kupferfläche minimieren, um Schaltstörungen zu reduzieren.
  • Die Rückführungsleitung von COUT zu VOUT nicht neben SW führen, um Störeinkopplung zu minimieren.
  • Die GND-Kupferfläche für Wärmeabfuhr und Abschirmung maximieren. Geeignete Durchkontaktierungen unter dem Massepad verbessern den Stromkreis.
  • GND-Pads von CIN, COUT und Chip auf derselben Seite oder ausreichend nahe anordnen.
  • Bei langer Rückführung verlangt der Originaltext Abbildung 6-2: C1 nahe COUT platzieren und VOUT vom Kondensator CAP aus anschließen. Das Sonderfall-Layout ist im Haupttext tatsächlich als Abbildung 6-4 bezeichnet; diese Nummerierungsabweichung beachten.

Abbildung 6-3. Allgemeines Leiterplattenlayout (englisches Original).

Abbildung 6-3. Allgemeines Leiterplattenlayout (englisches Original).

Abbildung 6-4. Leiterplattenlayout für Sonderfälle (englisches Original).

Abbildung 6-4. Leiterplattenlayout für Sonderfälle (englisches Original).

7. Thermisches Management

7.1 Übersicht

Für Zuverlässigkeit und Funktion muss die absolute maximale Sperrschichttemperatur des RK860 unter 150°C bleiben. Die thermisch-mechanische Auslegung von Smartphones, Tablets, Navigationsgeräten und ähnlichen Produkten, die thermische Systemsoftware und ungünstigste Anwendungen können höhere Sperrschichttemperaturen verursachen. Thermische Simulationen auf Geräteebene mit der gemessenen Leistung des ungünstigsten Anwendungsfalls werden empfohlen.

7.2 Thermische Gehäuseeigenschaften

Der einleitende Quelltext nennt die folgende Tabelle „Table 1-1“; ihre tatsächliche Beschriftung lautet Table 7-1.

Tabelle 7-1: WLCSP20-Gehäuse PD @ TA=25°C, WCSP4*5-20 / W θJA, Zweilagenplatine, Sperrschicht–Umgebung / °C/W θJC, Zweilagenplatine, Sperrschicht–Bauteil / °C/W
RK860 0.5 64.44 17.76

Tabelle 7-2. Klassifizierungstemperaturen für eutektischen SnPb-Prozess (TC)

Gehäusedicke Volumen <350 mm³ Volumen ≥350 mm³
<2.5 mm 235°C 220°C
≥2.5 mm 220°C 220°C

Tabelle 7-3. Klassifizierungstemperaturen für bleifreien Prozess (TC)

Gehäusedicke Volumen <350 mm³ Volumen 350–2000 mm³ Volumen >2000 mm³
<1.6 mm 260°C 260°C 260°C
1.6 mm–2.5 mm 260°C 250°C 245°C
>2.5 mm 250°C 245°C 245°C
  1. Der Bausteinhersteller, nicht jedoch der Leiterplattenbestücker/Anwender, darf eine maximale Gehäusespitzentemperatur TP oberhalb der in der Quelle genannten „Tables 1-2 or 1-3“ zulassen (tatsächlich dargestellt sind 7-2 und 7-3). Ein höheres Tp ändert die Klassifizierungstemperatur Tc nicht.
  2. Das Gehäusevolumen schließt äußere Anschlüsse wie Kugeln, Höcker, Anschlussflächen und Pins sowie nicht integrierte Kühlkörper aus.
  3. Die maximale Bauteiltemperatur beim Reflow hängt von Gehäusedicke und -volumen ab. Konvektions-Reflow reduziert Temperaturgradienten zwischen Gehäusen; Unterschiede der thermischen Masse von SMD-Gehäusen können dennoch Gradienten verursachen.
  4. Die Feuchteempfindlichkeitsstufen von Bauteilen für bleifreie Montage müssen anhand der bleifreien Klassifizierungstemperaturen und Profile bewertet werden, auf die die Quelle als „Tables 4.2 and 1-4“ verweist, unabhängig davon, ob die Bauteile selbst bleifrei sind. Diese Verweise sind widersprüchlich und zu prüfen.
  5. SMD-Gehäuse, die nach früheren Verfahren/Kriterien von J-STD-020, JESD22-A112 (zurückgezogen) oder IPC-SM-786 (zurückgezogen) klassifiziert wurden, benötigen keine Neuklassifizierung, außer wenn eine andere Stufe oder höhere Klassifizierungsspitzen­temperatur gewünscht ist.

Tabelle 7-4. Klassifizierungs-Reflowprofile

Profilmerkmal Eutektische Sn-Pb-Montage Bleifreie Montage
Vorwärmen/Halten Minimum Tsmin 100°C 150°C
Vorwärmen/Halten Maximum Tsmax 150°C 200°C
Zeit von Tsmin bis Tsmax, ts 60–120 s 60–120 s
Mittlere Aufheizrate Tsmax–Tp ≤3°C/s ≤3°C/s
Liquidustemperatur TL 183°C 217°C
Zeit am Liquidus tL 60–150 s 60–150 s
Gehäusespitzentemperatur Tp* Quelle: Table 1-2 (tatsächlich 7-2) Quelle: Table 1-3 (tatsächlich 7-3)
Zeit tp** innerhalb 5°C der Klassifizierungstemperatur Tc 20** s 30** s
Mittlere Abkühlrate Tp–Tsmax ≤6°C/s ≤6°C/s
Zeit von 25°C bis zum Spitzenwert ≤6 min ≤8 min
  • Die Toleranz der Profilspitzentemperatur Tp ist ein Lieferantenminimum und ein Anwendermaximum.

** Die Toleranz der Zeit bei Profilspitzentemperatur Tp ist ein Lieferantenminimum und ein Anwendermaximum.

  1. Alle Temperaturen beziehen sich auf die Mitte der beim Reflow nach oben gerichteten Gehäuseoberfläche (Live-Bug; die Quelle schreibt „ive-bug“). Bei anderer Orientierung, etwa Dead-Bug, muss Tp innerhalb ±2°C des Live-Bug-Tp liegen und weiterhin Tc erfüllen; andernfalls ist das Profil anzupassen. Für genaue Gehäusespitzentemperaturmessungen die Thermoelementempfehlungen in JEP140 heranziehen.
  2. Diese Profile dienen der Klassifizierung/Vorbehandlung, nicht als Vorgaben für die Leiterplattenmontage. Montageprofile sind anhand des Prozesses und des Platinendesigns zu entwickeln und dürfen die in der Quelle als „Table 1-4“ bezeichneten Parameter (tatsächlich Tabelle 7-4) nicht überschreiten. Beispiel: Bei Tc=260°C und Tp-Zeit=30 Sekunden muss der Lieferant mindestens 260°C und mindestens 30 Sekunden oberhalb 255°C erreichen; der Anwender darf 260°C und 30 Sekunden oberhalb 255°C nicht überschreiten.
  3. Alle Bauteile der Prüfladung müssen die Anforderungen des Klassifizierungsprofils erfüllen.
  4. SMD-Gehäuse, die nach früheren Verfahren/Kriterien von J-STD-020, JESD22-A112 (zurückgezogen) oder IPC-SM-786 (zurückgezogen) klassifiziert wurden, benötigen keine Neuklassifizierung, sofern keine Änderung der Stufe oder höhere Klassifizierungsspitzen­temperatur gewünscht ist.

Klassifizierungsprofil (Quellbeschriftung: „Figure 5-1“, englisches Original).

Klassifizierungsprofil (Quellbeschriftung: „Figure 5-1“, englisches Original).

Quellenwidersprüche und Prüfgrenzen

  • PDF-Seite 6: PFET/NFET-Einheiten widersprechen Seite 10; beide Formen bleiben oben erhalten.
  • Seiten 6 und 16: Nennmaße 1.65 × 2.05 weichen von der Maßzeichnung 1.61±0.025 × 2.01±0.025 ab; maßgebliche Zeichnung prüfen.
  • Seiten 7–8 fordern mindestens zwei 10uF-Eingangskondensatoren, Seite 9 nennt CIN>10uF. Beide Aussagen bleiben erhalten und werden nicht stillschweigend gleichgesetzt.
  • Seite 12: RESET besitzt innerhalb 3:0 keine eindeutige Bitzuweisung.
  • Seite 16: Bestellmarkierungen D0–D3 und Zeichnungsmarkierungen DA–DD unterscheiden sich.
  • Querverweise in Kapiteln 6–7 sind inkonsistent: Abbildungen 6-2/6-4 sowie Tabellen 1-1/1-2/1-3/1-4/4.2 gegenüber den Tabellen in Kapitel 7.
  • Ipeak/Ivalley heißen Maximalströme, ihre Werte stehen jedoch in der MIN-Spalte der Originaltabelle; diese Zuordnung bleibt erhalten.
  • Registeradressen, Reset-Werte, Zahlenlimits und Variantenzuordnungen wurden nicht geändert. Eine Kompatibilität konkreter ArmSoM-Platinen oder Messergebnisse wurden nicht abgeleitet.

Offizielle Referenzen

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